Steudner-Denkmal
Steudner-Denkmal im Stadtpark Görlitz
Unser Bestreben:

Die Originalgetreue Wiederherstellung
des Steudner-Denkmals

im Stadtpark von Görlitz

 

Vorstellung
Das Steudner-Denkmal im Görlitzer Stadtpark
Originalgetreue Wiederherstellung des Steudner-Denkmals im Stadtpark von Görlitz

 

Dr. Herrmann Steudner war ein bedeutender deutscher Botaniker.
Er lebte in Görlitz, war Mitglied in der Oberlausitzischen Gesellschaft der Wissenschaften und seine Leistungen
und Erträge zur Wissenschaft waren in ganz Europa geschätzt.

 

Ihm zu Ehren wurde im Oktober 1874 im Görlitzer Stadtpark
das Denkmal für Dr. Herrmann Steudner enthüllt.

 

Heute sucht man im Stadtpark dieses Denkmal vergeblich. Die bronzenen Stücke vom Denkmal wurden um 1942 demontiert und für die Metallreserve eingeschmolzen. Übriggeblieben ist nur der Vierkantsockel, der dann auf den Städtischen Friedhof Görlitz umgesetzt wurde. Dort steht er noch heute, in Bedeutungslosigkeit versunken.

Wir möchten diese Bedeutungslosigkeit beenden durch den Wiederaufbau des Denkmals.
Damit die Erinnerung an die Person Dr. Herrmann Steudner und an seine Leistungen für die Wissenschaft lebendig bleibt.

 

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Der Naturforscher Dr. Herrmann Steudner
* 01.September 1832 in Greiffenberg, Schlesien / † 10.April 1863 bei Waw, Südsudan

 

Carl Theodor Herrmann Steudner wurde am 01. September 1832 im niederschlesischen Greiffenberg geboren.
Sein Vater, ein angesehener und wohlhabender Leinwandhändler, starb vor der Geburt des Sohnes.

1843 zog seine Mutter mit ihm nach Görlitz. Er besuchte die Bürgerschule und das Gymnasium Augustum
bis zum Abitur 1850. Im gleichen Jahr begann er sein Medizinstudium in Berlin, zwei Jahre später setzte er
sein Studium in Würzburg fort, dort wandte er sich stärker der Botanik zu.

Bald förderten Robert Koch und Rudolf Virchow seine außergewöhnliche Begabung.

 

 

 Porträt Dr. Herrmann Steudner

 Porträt Dr. Steudner
Porträt Dr.Steudner

 

Steudner zählte zu den Kapazitäten der botanischen Wissenschaften. Für seine herausragenden Leistungen
wurde schon zu seinen Lebzeiten eine Pflanzengattung nach ihm benannt. Der Botaniker Karl Koch hatte 1862
die Gattung " Steudnera K.Koch" aus der Familie der Aronstabgewächse nach Steudner benannt.

Steudnera colocasiifolia

Blatt der Steudnera colocasiifolia (Wasserwurzelblatt)
Blatt der Steudnera colocasiifolia


Steudnera colocasiifolia

Steudnera colocasiifolia K.Koch gehört zu den Aronstabgewächsen (Araceae)
Die Namensgebung Aronstabgewächs bezieht sich auf den Blütenkolben
und wird mit Aaron in Zusammenhang gebracht. (AT 2.Mose 7,10)

Die Aroideae (Unterfamilie der Aronstabgewächse) sind meistens krautige
Kletterpflanzen. Die Blüten sind häufig klein und zu einem kolbigen
Blütenstand vereinigt, der von einem Hochblatt umschlossen wird.

Anzutreffen ist die Steudnera in den Tropischen Klimazonen.
(Südamerika, Afrika, Asien)

Gliederung:

Familie:

Aronstabgewächse (Araceae)

Unterfamilie:

Aroideae

Tribus (Zunft):

Colocasieae

Gattung:

Steudnera K.Koch

Arten:

Steudnera assamica

Steudnera gagei

Steudnera capitellata

Steudnera griffithii

Steudnera colocasiifolia

Steudnera henryana

Steudnera colocasioides

Steudnera kerrii

Steudnera discolor

Steudnera virosa


Zwergwüstengecko

Zwergwüstengecko (Tropiocolotes Steudneri)
Tropiocolotes Steudneri

Zwergwüstengecko (Tropiocolotes Steudneri)

Und auch dieser Gecko bekam endlich einen Namen. :-)
Tropiocolotes Steudneri – Dr. Steudner gab diesem Gecko seinen Namen.

Der von Steudner entdeckte Zwergwüstengecko ist in der zentralen
und östlichen Sahara weit verbreitet.

Tropiocolotes Steudneri wird oft in Wüstengebieten mit sandigem
Boden unter Steinen gefunden.

 

Daten zu seiner letzten Expedition

Ab 1861 begleitete er seinen Freund und Afrikaforscher Theodor von Heuglin auf eine Expedition nach Afrika
um seine Studien zu erweitern.
Von Kairo zum Roten Meer und Massawa (Mitsiwa in Eritrea) von dort mit einer Karawane nach Gondar
in Abessinien (Gonder in Äthiopien) und weiter nach Khartum (Al-Khartum in Sudan).

In Khartum schloß er sich mit Heuglin der Expedition der niederländischen Forscherin Alexandrine Tinné an.
Ziel dieser Expedition war es, den Gazellenfluß (Bahr el Ghasal in Sudan) und seine Quellgebiete zu erforschen.

Der Expedition gehörten 150 Personen Begleitpersonal an, drei Transportschiffe, zwei Luxusboote, ein Dampfboot.
Trotzdem geriet das Unternehmen zur Katastrophe:

  • Die Expedition kam 1863 in den Sümpfen des Gazellenflusses ins Stocken.
  • Unweit des Flüßchens Djur bei Waw (südwestlicher Sudan) erkrankte Steudner an Malaria
    und verstarb nach drei Tagen.
  • Ebenso starben die beiden Kammerfrauen sowie Tinné´s Mutter am Sumpffieber.

Am 10.April 1863 wurde Dr. Steudner von seinen Kameraden unter einer Baumgruppe nahe des Flusses begraben.

Der Expeditionsleiter Theodor von Heuglin erinnerte sich:
“Wir senkten die irdische Hülle unfern des Flüßchens Wan in die Erde ein, mitten in der großen Natur, deren treuer
Jünger und Verehrer er gewesen. Um ihretwillen hatte er Heimat und Vaterland verlassen, unter saurer Arbeit und
Entbehrungen nie sein großes Ziel außer Augen gesetzt, in ihrem Dienste ausgehalten bis zum Tode.“

Nach über 14 Monaten gelangten die Überlebenden an den Ausgangspunkt Khartum zurück.
Die Nachricht von Steudners Tod kam erst am 15.Juli 1863 nach Görlitz.

 

Ergebnisse der Expedition

Die Expedition erbrachte eine reiche Ausbeute an botanischen, zoologischen und völkerkundlichen Erkenntnissen.
Die von Steudner verfaßten Berichte besaßen große Bedeutung, weil viele der bereisten Gebiete von keinem
Botaniker vor ihm erforscht worden waren. Er schilderte auf lebendige Weise jedoch nicht nur die Natur,
sondern auch Land und Leute, so daß sie auch einen hohen ethnologischen Wert besitzen.

  • Karl Koch wurde von Heuglin gebeten, Steudners Aufzeichnungen und Sammlungen auszuwerten.
    Ein Teil der naturhistorischen Sammlung ging nach Görlitz.
  • Die von Steudner gesammelten Pflanzen befinden sich heute in international bedeutenden Herbarien, darunter
    eine größere Anzahl in den Kew Royal Botanic Gardens London.
  • Die gefundenen Gesteine hatte Steudner an Alexander Sadebeck gesandt, der sie der Deutschen Geologischen
    Gesellschaft zugänglich machte.
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Seine Mutter hatte den Bildungsweg ihres Sohnes in treuer Liebe und nach Kräften geebnet und seinen wissenschaftlichen
Erfolg mit Stolz aufgenommen. Elf Jahre nach seinem Tod ließ sie ihm in Görlitz das Denkmal errichten.

Im Oktober 1874 wurde im Görlitzer Stadtpark das Denkmal enthüllt.
Es stand schräg gegenüber dem heute noch erhaltenen „Denkmal 1813“ im Stadtpark.

 

Das Foto zeigt das Steudner-Denkmal
Standort: Stadtpark Görlitz
Foto: 1875 aufgenommen

Steudner-Denkmal
Steudner-Denkmal im Stadtpark Görlitz

 

Das Denkmal

Über zwei Stufen und einem rechteckigen Postament erhob sich in der Mitte der Vierkantsockel aus Syenit,
der sich nach oben leicht verjüngte und durch eine zweistufige Sockelplatte bekrönt wurde.
Darauf stand die
Porträtbüste des Gelehrten aus weißem Marmor.
Die Marmorbüste wurde 1898 durch eine Bronzebüste ersetzt.

Zwei bronzene Sphingen mit gesenkten Köpfen lehnten sich links und rechts an die Seiten des Sockels.
Die Denkmalanlage war von einem quadratischen Eisenzaun umgeben.

Im Jahr 1942 wurden die beiden Sphingen und die Büste abgebaut. Die Bronze wurde für die Metallreserve
eingeschmolzen. Die zwei Stufen mit dem Postament wurden entsorgt.

 

Glossar

Bronze, die;

aus Italienisch; bronzo, eine Legierung aus Kupfer und Zinn

Porträtbüste, die;

Bildnis eines Menschen, besonders als Brustbild

Postament, das;

Sockel, Unterbau einer Säule oder einer Statue

Sphingen, die;

Mehrzahl von Sphinx

Sphinx, die;

altägyptische Skulptur einer Löwengestalt mit menschlichem Kopf

Syenit, der;

nach der altägyptischen Stadt Syene (jetzt Assuan), ein Tiefengestein

 

Vom ehemaligen Denkmal blieb nur noch der Vierkantsockel aus Syenit übrig.

Das Foto zeigt den Vierkantsockel des Denkmals
Standort: Alter Friedhof Görlitz
Foto: April 2007 aufgenommen

Vierkantsockel
Vierkantsockel auf dem Alten Friedhof Görlitz

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Stand: Oktober 2013